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Mit 39 noch einmal Mama: Würde ich mich heute anders entscheiden?

Anna sitzt morgens am Küchentisch mit einer Tasse Kaffee, vor ihr ein Milchfläschchen und eine Brotdose.

Mit Ende 39 bin ich zum zweiten Mal Mama geworden. Meine beiden Töchter sind fünf Jahre auseinander. Heute bin ich 41 und muss sagen, dass ich mir das Muttersein in diesem Alter etwas leichter vorgestellt habe. Natürlich wusste ich, worauf ich mich einlasse. Schließlich hatte ich bereits ein Kind. Trotzdem merke ich heute, dass es einen Unterschied macht, ob man mit Anfang 30 oder mit fast 40 noch einmal ein Baby bekommt. Wenn ich heute noch einmal vor der Entscheidung stehen würde, mit über 40 ein Kind zu bekommen, würde ich mich persönlich wahrscheinlich dagegen entscheiden. Nicht, weil ich meine Entscheidung bereue, sondern weil ich merke, wie sehr mich der Alltag inzwischen körperlich und nervlich fordert.

Ab 40 hat sich bei mir ein Schalter umgelegt

Ich weiß nicht, wie es anderen Frauen geht, aber bei mir hat sich mit 40 tatsächlich etwas verändert. Ich bin schneller müde, mir tut häufiger etwas weh und mein Rücken meldet sich inzwischen auch öfter. Dazu kommt, dass meine Nerven schneller blank liegen als früher. Dinge, die ich mit Ende 20 noch relativ locker genommen habe, bringen mich heute schneller an meine Grenzen. Natürlich ist man mit 40 nicht alt. Trotzdem merke ich, dass ich nicht mehr dieselbe Energie habe wie vor zehn oder fünfzehn Jahren. Hinzu kommt, dass sich in den Vierzigern auch hormonell einiges verändern kann. Erste Veränderungen in Richtung Wechseljahre können bereits in diesem Alter auftreten. Ob das bei mir schon eine Rolle spielt, weiß ich nicht. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich inzwischen zwei Kinder habe, berufstätig bin und deutlich weniger Schlaf bekomme. Wahrscheinlich kommt einiges zusammen.

Mit zwei Jahren immer noch keine ruhigen Nächte

Was mich momentan besonders schlaucht, sind die Nächte. Meine jüngere Tochter ist inzwischen über zwei Jahre alt und trinkt nachts immer noch fast drei Flaschen Milch. Dazu kommen meistens zwei Windelwechsel. Von Durchschlafen sind wir also noch ziemlich weit entfernt. Das bedeutet, dass ich nachts mehrfach wach werde und am nächsten Morgen trotzdem funktionieren muss. Denn ich gehe auch arbeiten.

Eine Hand greift nachts nach dem Milchfläschchen auf dem Nachttisch, daneben ein kleines Nachtlicht.

Morgens müssen die Kinder fertig gemacht werden, die Große hat Schule und ich muss zur Arbeit. Nach Feierabend geht es dann mit dem Familienalltag weiter. Und wenn man nachts ständig aufstehen musste, ist die Geduld irgendwann auch nicht mehr dieselbe. Ich merke jedenfalls, dass ich mich heute von solchen Nächten nicht mehr so schnell erhole wie früher.

Fünf Jahre Altersunterschied finde ich trotzdem gut

Jetzt könnte man natürlich sagen, dass wir mit dem zweiten Kind vielleicht nicht so lange hätten warten sollen. Aber so einfach ist es für mich nicht. Denn den Altersunterschied zwischen meinen Töchtern finde ich tatsächlich schön. Ich hatte fünf Jahre lang nur meine große Tochter und konnte diese Zeit richtig genießen. Ich konnte mich ganz auf sie konzentrieren und musste meine Aufmerksamkeit nicht gleichzeitig zwischen zwei kleinen Kindern aufteilen. Als ihre kleine Schwester geboren wurde, war sie schon deutlich selbstständiger. Und heute sehe ich noch weitere Vorteile. Meine Große nimmt ihre kleine Schwester gerne mit in ihr Zimmer. Die beiden spielen Rollenspiele, beschäftigen sich mit ihrem Spielzeug und manchmal macht die Große der Kleinen auch die Haare. Es kommt inzwischen sogar vor, dass sie 45 Minuten bis zu einer Stunde zusammen spielen. In dieser Zeit kann ich tatsächlich mal in Ruhe einen Kaffee trinken oder etwas im Haushalt erledigen. Auch morgens hilft die Große manchmal beim Anziehen oder beim Frühstück ihrer kleinen Schwester. Das ist für mich eine echte Erleichterung. Natürlich streiten die beiden auch. Manchmal können sie nicht miteinander, aber die meiste Zeit können sie nicht ohneeinander. Deshalb würde ich heute auch nicht behaupten, dass ein Altersunterschied von zwei oder drei Jahren besser gewesen wäre.

Zwei Schwestern sitzen von hinten auf dem Teppich im Kinderzimmer, die Große flicht der Kleinen die Haare.

Hätte ich einfach früher mit der Familienplanung anfangen sollen?

Wenn ich darüber nachdenke, was ich heute anders machen würde, komme ich eigentlich zu einem anderen Punkt. Vielleicht wäre es für mich besser gewesen, insgesamt früher mit der Familienplanung anzufangen. Dann hätte ich möglicherweise auch beim zweiten Kind noch etwas mehr Energie gehabt und trotzdem die fünf Jahre Altersunterschied zwischen meinen Töchtern genießen können. Aber das lässt sich im Nachhinein natürlich leicht sagen. Man trifft seine Entscheidungen schließlich immer in der jeweiligen Lebenssituation. Und nur weil ich heute manches anders empfinde, bedeutet das nicht, dass ich damals falsch entschieden habe. Vor allem möchte ich die fünf Jahre, die ich mit meiner Großen alleine hatte, nicht missen. Und inzwischen sehe ich, wie schön es ist, dass meine Töchter trotz ihres Altersunterschieds schon so viel miteinander anfangen können.

Mit fast 40 noch einmal von vorne anfangen

Was ich allerdings unterschätzt habe, war, wie anstrengend es ist, nach fünf Jahren noch einmal mit der Babyzeit anzufangen. Gerade wird das erste Kind selbstständiger. Man hat wieder etwas mehr Freiraum, kann spontaner etwas unternehmen und muss nicht mehr ständig auf die Bedürfnisse eines Kleinkindes achten. Und dann beginnt alles erneut. Windeln, schlaflose Nächte, ständig aufpassen und den Tagesablauf wieder auf ein kleines Kind abstimmen. Natürlich wusste ich vorher, dass diese Zeit anstrengend werden kann. Aber zwischen etwas zu wissen und es noch einmal durchzumachen, liegt eben ein Unterschied. Dazu kommt, dass das erste Kind inzwischen in einer ganz anderen Entwicklungsphase steckt. Während meine Kleine noch viel Unterstützung braucht, geht meine Große bereits in die zweite Klasse. Hausaufgaben, Schule, Freundschaften und die Bedürfnisse einer Siebenjährigen kommen zum ganz normalen Kleinkindalltag hinzu. Und irgendwo dazwischen muss ich noch arbeiten, den Haushalt organisieren und versuchen, selbst nicht zu kurz zu kommen. Das ist manchmal ganz schön viel.

Würde ich mit über 40 noch einmal Mama werden?

Wenn ich heute noch einmal vor der Entscheidung stehen würde, mit über 40 ein Baby zu bekommen, wäre meine Antwort wahrscheinlich Nein. Das ist meine persönliche Einschätzung aufgrund meiner jetzigen Erfahrungen. Ich merke einfach, dass mich das Muttersein inzwischen mehr Kraft kostet als früher. Andere Frauen erleben das vielleicht ganz anders. Manche fühlen sich mit über 40 körperlich fit, haben mehr Energie oder erleben die Babyzeit wesentlich entspannter. Bei mir ist es eben nicht so. Trotzdem bin ich froh, dass wir uns für unsere zweite Tochter entschieden haben. Und ich finde auch den Altersunterschied von fünf Jahren weiterhin gut. Wenn ich heute etwas ändern könnte, dann wäre es wahrscheinlich nicht der Abstand zwischen meinen Kindern, sondern der Zeitpunkt, an dem ich überhaupt mit dem Kinderkriegen angefangen habe. Aber auch das ist rückblickend leicht gesagt. Ich bin glücklich mit meinen beiden Töchtern und freue mich darüber, wie schön die beiden inzwischen miteinander umgehen. Dass ich das Muttersein heute anstrengender finde als früher, ändert daran nichts. Ich kann meine Kinder lieben, unseren Altersunterschied gut finden und trotzdem sagen, dass ich persönlich mit über 40 nicht noch einmal von vorne anfangen möchte. Das eine schließt das andere schließlich nicht aus.

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