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Mama sein und trotzdem Frau bleiben: Wo bleibe eigentlich ich?

Seit ich Kinder habe, dreht sich ein großer Teil meines Alltags um die Familie. Morgens die Kinder fertig machen, zur Schule und zur Betreuung bringen, arbeiten gehen, einkaufen, Haushalt erledigen und nachmittags wieder für die Kinder da sein. Irgendwann ist es Abend und ich frage mich, was ich heute eigentlich für mich selbst gemacht habe. Oft lautet die Antwort: nicht besonders viel. Ich bin 41, Mama von zwei Mädchen und berufstätig. Natürlich wusste ich, dass sich mein Leben mit Kindern verändern würde. Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass meine eigenen Interessen im Alltag immer weiter nach hinten rutschen. Dabei liegt das Problem nicht immer daran, dass wir Mütter keine Zeit haben. Manchmal nehmen wir sie uns einfach nicht.

Die Spülmaschine kann auch mal warten

Mal angenommen, die Kinder sind gerade beschäftigt und ich habe tatsächlich eine Stunde für mich. Was mache ich? Die Spülmaschine ausräumen, Wäsche zusammenlegen oder schnell noch die Küche aufräumen. Und schon ist die Stunde wieder vorbei. Natürlich müssen diese Dinge irgendwann erledigt werden. Aber warum eigentlich immer sofort? Ich glaube, wir Mütter müssen lernen, auch mal konsequent etwas liegen zu lassen. Wenn ich mir vornehme, eine Stunde für mich zu haben, dann sollte ich diese Stunde auch nutzen. Nicht für den Haushalt, sondern für etwas, das mir persönlich Freude macht. Die Spülmaschine läuft schließlich nicht weg. Und niemandem passiert etwas, wenn die Wäsche noch ein paar Stunden liegen bleibt. Das klingt eigentlich selbstverständlich. Trotzdem fällt es im Alltag manchmal erstaunlich schwer.

Der Vater ist genauso verantwortlich

Was ich ebenfalls wichtig finde: Mütter müssen nicht automatisch für alles zuständig sein. Wenn beide Elternteile da sind, sollten auch beide Verantwortung für die Kinder und den Haushalt übernehmen. Und damit meine ich nicht, dass der Vater gelegentlich auf die Kinder aufpasst, damit Mama mal etwas erledigen kann. Er ist schließlich genauso Elternteil. Warum sollte eine Mutter erst fragen müssen, ob sie am Samstag mal zwei Stunden für sich haben kann?

Der Vater kann genauso gut mit den Kindern auf den Spielplatz gehen, das Abendessen vorbereiten oder die Kinder ins Bett bringen.

Dabei sollte es nicht darum gehen, dass er Mama hilft. Es geht darum, die Verantwortung gemeinsam zu tragen.

Und zwar möglichst so, dass nicht eine Person weiterhin alles organisieren und die Aufgaben verteilen muss.

Wenn ich mir Zeit für mich nehme, möchte ich schließlich nicht nebenbei noch erklären müssen, wo die Wechselkleidung liegt oder was die Kinder zu Abend essen sollen.

Großeltern dürfen auch mal einspringen

Wenn man Großeltern in der Nähe hat, die gerne Zeit mit ihren Enkeln verbringen und gesundheitlich dazu in der Lage sind, sollte man diese Möglichkeit ruhig nutzen. Natürlich ist das keine Selbstverständlichkeit. Nicht jede Familie hat diese Unterstützung und nicht alle Großeltern können regelmäßig auf die Enkel aufpassen. Aber wenn die Möglichkeit besteht, warum sollte man sie nicht wahrnehmen? Die Kinder verbringen Zeit mit Oma und Opa und die Eltern haben ein paar Stunden für sich. Dabei muss man diese Zeit nicht unbedingt für einen gemeinsamen Ausflug oder einen wichtigen Termin nutzen. Man darf die Kinder auch einfach mal zu den Großeltern bringen, weil man einen ruhigen Nachmittag haben möchte. Ich finde nicht, dass man dafür eine besondere Begründung braucht.

Freizeit muss nicht immer sinnvoll sein

Was mich manchmal stört, ist die Vorstellung, dass wir auch unsere Freizeit möglichst sinnvoll nutzen sollten. Wenn eine Mutter mal zwei Stunden frei hat, wird schnell vorgeschlagen, Sport zu machen, ein Buch zu lesen oder etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Das ist natürlich alles schön. Aber was ist, wenn ich einfach auf dem Sofa sitzen und fernsehen möchte? Oder an einem meiner Projekte arbeiten, obwohl das weder mit den Kindern noch mit dem Haushalt etwas zu tun hat? Vielleicht möchte ich am Wochenende auch einfach mit meinem Mann zusammensitzen und ein Glas Wein trinken, wenn mir danach ist. Warum eigentlich nicht? Nicht jede freie Stunde muss der persönlichen Weiterentwicklung dienen oder besonders produktiv sein. Manchmal möchte ich einfach das machen, worauf ich gerade Lust habe. Und genau darum geht es mir.

Entspannung geht manchmal sogar mit Kindern

Wir haben zu Hause übrigens ein Spiel, das ich besonders gerne mag: Massagestudio. Dabei lege ich mich einfach auf die Couch, mache meinen Rücken frei und meine beiden Mädchen erzählen mit ihren Fingern eine Geschichte auf meinem Rücken. Für die Kinder ist das ein Spiel und für mich eine kleine Massage. Und das Schöne daran ist, dass ich einfach mal liegen bleiben und nichts machen muss. Die Kinder haben ihren Spaß, wir verbringen Zeit miteinander und ich kann mich dabei tatsächlich ein bisschen entspannen. Natürlich ersetzt das keine richtige Auszeit, aber manchmal braucht es auch gar nicht mehr. Ich finde, man muss sich als Mama nicht immer selbst ein Unterhaltungsprogramm für die Kinder ausdenken, bei dem man anschließend noch erschöpfter ist als vorher. Manchmal lässt sich das Spielen auch so gestalten, dass alle etwas davon haben.

Sich Zeit nehmen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben

Ich glaube, das ist für viele Mütter die größte Herausforderung. Man hat endlich mal Zeit für sich und denkt trotzdem daran, was noch alles erledigt werden müsste. Oder man fühlt sich schlecht, weil der Partner gerade mit den Kindern unterwegs ist und man selbst zu Hause sitzt. Aber warum? Wenn der Vater Zeit für sich hat, sollte das genauso selbstverständlich sein wie bei der Mutter. Natürlich muss man sich innerhalb der Familie absprechen. Schließlich haben beide Elternteile Verpflichtungen und brauchen auch mal Erholung. Aber genau deshalb sollte jeder die Möglichkeit bekommen, regelmäßig etwas für sich zu machen. Und wenn ich mir diese Zeit nehme, dann möchte ich sie auch genießen können. Ohne ständig auf die Uhr zu schauen oder im Kopf schon die nächste Aufgabe zu planen.

Auch Mütter dürfen eigene Interessen haben

Ich liebe meine Kinder und verbringe gerne Zeit mit ihnen. Trotzdem interessiere ich mich weiterhin für Beauty, Lifestyle und viele andere Dinge. Ich habe eigene Ideen und Projekte, die ich gerne umsetzen möchte. Nur fehlt mir dafür im Familienalltag häufig die Zeit. Und wenn ich dann mal eine freie Stunde habe, möchte ich sie nicht grundsätzlich mit Hausarbeit verbringen. Ich möchte auch weiterhin Dinge machen, die nichts mit meiner Rolle als Mutter zu tun haben. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viel Zeit ohne meine Kinder zu verbringen. Sondern darum, dass mein Leben nicht ausschließlich aus Verpflichtungen besteht. Ich finde es auch wichtig, dass meine Töchter sehen, dass Mama eigene Interessen hat und sich dafür Zeit nimmt.

Dass nicht immer alles sofort erledigt werden muss und dass jeder Mensch innerhalb einer Familie auch eigene Bedürfnisse haben darf.

Man muss nicht warten, bis die Kinder groß sind

Natürlich wird sich unser Alltag irgendwann verändern. Meine Große ist inzwischen sieben und schon viel selbstständiger. Die Kleine ist erst zwei und braucht entsprechend mehr Unterstützung. In ein paar Jahren werde ich wahrscheinlich wieder mehr Zeit für mich haben. Aber warum sollte ich bis dahin warten? Ich bin jetzt 41 und möchte meine Interessen nicht erst wieder verfolgen, wenn beide Kinder irgendwann groß sind. Deshalb finde ich, dass wir Mütter bewusster darauf achten sollten, uns selbst zu entlasten. Den Partner mehr einbeziehen, Unterstützung von Großeltern annehmen, wenn sie verfügbar ist, und vor allem auch mal den Haushalt liegen lassen. Und wenn man eine Stunde für sich eingeplant hat, dann sollte man sie nicht doch wieder mit irgendwelchen Aufgaben füllen. Ich bin gerne Mama. Aber ich möchte nicht, dass sich mein ganzes Leben nur darum dreht, was ich für andere erledigen muss. Die Kinder dürfen glücklich sein, der Haushalt darf auch mal unordentlich sein und ich darf trotzdem einen schönen Nachmittag haben. Ganz ohne schlechtes Gewissen. Wie macht ihr das? Könnt ihr den Haushalt auch mal liegen lassen und eure freie Zeit genießen oder habt ihr dabei ständig ein schlechtes Gewissen?

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