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Fünf Jahre Altersunterschied? Warum ich das gar nicht zu viel finde

„Fünf Jahre? Das ist aber schon ein großer Altersunterschied!“ Diesen Satz habe ich schon öfter gehört, wenn ich erzählt habe, wie weit meine beiden Töchter auseinanderliegen. Meine Große ist sieben, die Kleine zwei Jahre alt. Und ja, fünf Jahre sind natürlich ein Unterschied. Trotzdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass dieser Abstand für uns ziemlich gut funktioniert. Die beiden sind inzwischen ein richtig gutes Team. Natürlich streiten sie sich auch und manchmal können sie überhaupt nicht miteinander. Aber die meiste Zeit können sie nicht ohneeinander. Und ich finde sogar, dass fünf Jahre Altersunterschied einige Vorteile haben, die man vielleicht zunächst gar nicht auf dem Schirm hat.

Bei uns beginnt die Geschwisterliebe schon morgens

Oft ist es meine Große, die ihre kleine Schwester morgens weckt. Sie macht direkt ein Spiel daraus und die Kleine ist dadurch meistens schon beim Aufstehen gut gelaunt. Auch beim Anziehen oder Frühstücken hilft die Große manchmal mit, während ich beispielsweise die Spülmaschine ausräume. Das ist natürlich keine Selbstverständlichkeit und ich erwarte das auch nicht von ihr. Aber sie macht es gerne und die Kleine lässt sich von ihrer großen Schwester oft begeistert mitreißen. Genau solche Situationen zeigen mir, dass der Altersunterschied durchaus seine Vorteile hat.

Die beiden spielen inzwischen bis zu einer Stunde miteinander

Was ich besonders schön finde, ist, dass die beiden inzwischen richtig miteinander spielen können. Die Große nimmt ihre kleine Schwester mit in ihr Zimmer. Dort spielen sie mit ihrem Spielzeug, denken sich Rollenspiele aus oder die Kleine bekommt von ihrer Schwester die Haare gemacht. Manchmal beschäftigen sie sich tatsächlich 45 Minuten bis zu einer Stunde miteinander. Und ganz ehrlich, das ist für mich eine enorme Erleichterung. Ich kann in dieser Zeit mal in Ruhe einen Kaffee trinken oder etwas im Haushalt erledigen, ohne ständig selbst für Beschäftigung sorgen zu müssen. Natürlich bin ich weiterhin in der Nähe. Aber die beiden brauchen mich während ihrer Spiele nicht ständig. Und ich glaube, dass gerade der Altersunterschied dabei hilft. Die Große kann schon eigene Spielideen entwickeln, ihrer Schwester Dinge erklären und sie in ihre Spiele einbeziehen.

Die Kleine lernt unglaublich viel von ihrer Schwester

Was mir ebenfalls auffällt, ist, wie sehr sich die Kleine an ihrer großen Schwester orientiert. Sie möchte alles machen, was die Große macht. Sie beobachtet sie, macht Bewegungen nach und übernimmt natürlich auch Wörter. Das hat allerdings nicht nur Vorteile.

Wenn meiner Großen mal ein Schimpfwort rausrutscht, kann ich fast davon ausgehen, dass die Kleine es kurze Zeit später ebenfalls sagt. Und ausgerechnet solche Wörter bleiben natürlich besonders gut hängen. Ich kann von meiner Siebenjährigen aber auch nicht erwarten, dass sie sich ständig vorbildlich verhält. Sie ist schließlich selbst noch ein Kind.

Natürlich gibt es auch Nachteile

Ich möchte den Altersunterschied nicht grundsätzlich schönreden. Eine Siebenjährige hat andere Interessen als eine Zweijährige. Das merken wir beispielsweise bei Familienausflügen oder wenn die Große ihre Ruhe haben und etwas alleine machen möchte. Die Kleine versteht natürlich nicht immer, warum sie gerade nicht mitspielen darf. Dann gibt es auch mal Streit. Mir ist deshalb wichtig, dass die Große nicht ständig Rücksicht nehmen oder ihre Schwester beschäftigen muss. Sie darf auch Nein sagen und ihre eigenen Sachen haben. Nur weil sie fünf Jahre älter ist, ist sie nicht automatisch für ihre kleine Schwester verantwortlich.

Warum ich fünf Jahre nicht zu viel finde

Ich hatte fünf Jahre lang nur meine große Tochter und konnte diese Zeit mit ihr genießen. Als ihre Schwester geboren wurde, war sie bereits selbstständiger und konnte vieles alleine machen. Heute profitieren wir davon, dass sie ihrer kleinen Schwester schon einiges zeigen kann und die beiden trotz ihrer unterschiedlichen Entwicklungsphasen viel miteinander anfangen können. Natürlich weiß ich nicht, wie sich ihre Beziehung später entwickeln wird. Wenn die Große in die Pubertät kommt, werden die Interessen wahrscheinlich noch einmal deutlich auseinandergehen. Aber das wäre für mich kein Grund, den Altersunterschied heute negativ zu sehen. Ob Geschwister später ein gutes Verhältnis haben, hängt schließlich von weit mehr ab als nur davon, wie viele Jahre zwischen ihnen liegen. Für mich steht jedenfalls fest: Fünf Jahre Altersunterschied sind nicht automatisch zu viel. Unsere Töchter zeigen mir jeden Tag, dass sie trotz ihres Altersunterschieds viel miteinander anfangen können. Und ich finde es schön, dass die Große bereits so viel versteht und ihre kleine Schwester auf ihre eigene Weise begleiten kann. Klar gibt es Streit, unterschiedliche Interessen und Situationen, in denen wir beiden nicht gleichzeitig gerecht werden können. Aber das gibt es vermutlich bei jedem Altersunterschied. Für uns funktionieren die fünf Jahre jedenfalls gut. Und wenn ich sehe, wie die Große morgens ihre kleine Schwester weckt und die beiden kurz darauf schon zusammen spielen, bin ich froh, dass wir es so gemacht haben. Wie groß ist der Altersunterschied bei euren Kindern? Habt ihr auch schon gehört, dass eure Kinder angeblich zu weit auseinanderliegen?

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