Mit 41 bin ich endlich zufrieden mit meinem Körper. Auch ohne perfekten Bauch.
Ich bin 41, habe zwei Kinder, Cellulite und keinen besonders straffen Bauch. Und wisst ihr was? Ich fühle mich trotzdem wohl in meinem Körper. Natürlich gibt es Dinge, die vielleicht etwas straffer sein könnten. Aber ich habe inzwischen gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin. Ich weiß, dass ich schlank bin und mein Gewicht für mich gesundheitlich kein Problem darstellt. Trotzdem habe ich keinen Körper wie ein Fitnessmodel. Und das ist vollkommen in Ordnung. Ich finde, wir Frauen sollten endlich aufhören, ständig nach irgendwelchen vermeintlichen Makeln an unserem Körper zu suchen.
Können wir bitte alle wieder ein bisschen mehr in der Realität ankommen?
Manchmal frage ich mich wirklich, welches Bild von einem normalen Frauenkörper uns inzwischen vermittelt wird. Auf Instagram sieht man durchtrainierte Bäuche, makellose Beine und perfekt geformte Hintern. In der Werbung lächeln uns Frauen mit glatter Haut und scheinbar perfekten Proportionen entgegen. Und auf riesigen Plakaten sieht man Körper, bei denen man manchmal kaum noch weiß, was davon echt ist und was bearbeitet wurde. Natürlich gibt es Frauen, die von Natur aus eine tolle Figur haben oder sehr viel für ihren Körper tun. Aber viele Bilder entstehen auch mit professionellem Licht, vorteilhaften Posen, Make-up und teilweise digitaler Bildbearbeitung. Und genau deshalb finde ich, dass wir alle wieder ein bisschen mehr in der Realität ankommen sollten. Schaut euch doch einfach mal im ganz normalen Leben um. Im Schwimmbad, am Strand oder in der Umkleidekabine. Da sieht man Frauen mit ganz unterschiedlichen Figuren. Manche haben einen flachen Bauch, andere ein kleines Bäuchlein. Manche haben schmale Beine, andere kräftigere Oberschenkel. Viele haben Cellulite,
Dehnungsstreifen oder Haut, die eben nicht mehr aussieht wie mit 20. Und daran ist überhaupt nichts schlimm. Das sind normale Körper. Warum orientieren wir uns trotzdem so häufig an Bildern aus der Werbung oder von Fitness-Influencerinnen? Vielleicht sollten wir diese perfekten Bilder einfach öfter ignorieren und uns wieder mehr mit dem beschäftigen, was wirklich wichtig ist.
Mein Bauch ist nicht straff. Na und?
Ich habe zwei Kinder bekommen. Mein Körper hat zwei Schwangerschaften erlebt und natürlich hat sich dadurch auch etwas verändert. Mein Bauch ist nicht besonders straff. Wenn ich sitze, sieht er anders aus als im Stehen. Und wenn ich mich nach vorne beuge, ist da eben auch mal ein kleines Bäuchlein. Aber warum sollte mich das stören? Ich finde, wir sind inzwischen viel zu kritisch mit unserem eigenen Körper geworden. Da werden kleine Hautfältchen betrachtet, der Bauch eingezogen und die Oberschenkel im Spiegel von allen Seiten begutachtet. Dabei fällt das anderen Menschen wahrscheinlich nicht einmal auf. Und selbst wenn? Ich muss doch keinen flachen Bauch haben, um mich wohlzufühlen oder schöne Kleidung zu tragen. Natürlich finde ich einen trainierten Körper schön. Aber ich finde genauso, dass ein Körper ohne sichtbare Bauchmuskeln schön sein kann. Das eine schließt das andere nicht aus. Mit 41 möchte ich mich jedenfalls nicht jeden Tag fragen, was an meinem Körper noch besser aussehen könnte. Ich möchte einfach zufrieden mit mir sein.
Ja, ich habe Cellulite. Und das ist okay.
Ein weiteres Thema ist Cellulite. Ich habe sie, wie unglaublich viele andere Frauen auch. Mal sieht man sie mehr, mal weniger. Je nachdem, wie man steht oder wie das Licht fällt.
Und trotzdem werden uns ständig irgendwelche Cremes, Massagen und Behandlungen angeboten, die unsere Haut angeblich glatter und straffer machen sollen.
Aber warum muss Cellulite überhaupt verschwinden?
Sie hängt unter anderem mit der Beschaffenheit des Bindegewebes zusammen und kommt auch bei sehr schlanken und sportlichen Frauen vor.
Cellulite ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass man sich schlecht ernährt oder zu wenig Sport macht.
Und vor allem macht sie einen Körper nicht weniger schön.
Wenn ich im Sommer eine kurze Hose oder einen Bikini trage, dann mache ich das, weil ich mich darin wohlfühle.
Ich möchte nicht erst meine Oberschenkel oder meinen Po verändern müssen, bevor ich mich damit in der Öffentlichkeit zeigen kann.
Ob man nun Cellulite am Hintern hat oder einen kleinen Puddingbauch: Das darf doch einfach okay sein.
Gerade als Mutter hat man doch genug andere Dinge im Kopf
Ich habe zwei Töchter, zwei und sieben Jahre alt, und arbeite 30 Stunden in der Woche. Mein Alltag besteht aus Familie, Beruf, Haushalt und den vielen kleinen Dingen, an die man als Mutter ständig denken muss. Morgens müssen die Kinder fertig werden, es geht zur Arbeit, nachmittags stehen wieder andere Aufgaben an. Dann sind da noch Hausaufgaben, Einkäufe, Wäsche, Termine und alles, was im Familienalltag anfällt. Natürlich möchte ich auch auf mich achten und mich schön fühlen. Aber muss ich zusätzlich ständig darüber nachdenken, wie ich meinen Bauch straffer bekomme oder meine Cellulite reduziere? Ich finde nicht. Gerade als Mutter hat man doch wirklich genug andere Dinge im Kopf. Und ich möchte meine ohnehin begrenzte freie Zeit nicht damit verbringen, ständig meinen Körper zu beurteilen. Ich möchte mit meinen Kindern schwimmen gehen, einen schönen Ausflug machen, mit meiner Freundin etwas unternehmen oder einfach mal auf dem Sofa liegen. Ohne dabei das Gefühl zu haben, dass ich eigentlich noch etwas für meine Figur tun müsste.
Natürlich kann Sport auch eine wunderbare Auszeit sein. Wenn man Freude am Training hat, ist das doch toll.
Aber er sollte nicht zu einer weiteren Verpflichtung werden, die man nur erfüllt, weil man einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen möchte.
Ich mache Sport, weil ich mir etwas Gutes tun möchte
Ich mache durchaus gerne Sport. Manchmal trainiere ich regelmäßig, manchmal weniger. Das hängt davon ab, wie es mir geht und wie viel Zeit ich gerade habe. Und das finde ich vollkommen in Ordnung. Mir ist bewusst, dass regelmäßige Bewegung wichtig für die Gesundheit ist. Gerade mit zunehmendem Alter lohnt es sich, etwas für die eigene Fitness, Kraft und Beweglichkeit zu tun. Aber für mich ist das inzwischen etwas anderes, als einem perfekten Körper hinterherzutrainieren. Ich möchte Sport machen, weil ich mich dadurch gut fühle. Weil ich fit bleiben möchte und meinem Körper etwas Gutes tun will. Nicht, weil ich im Sommer unbedingt einen flachen Bauch präsentieren muss. Wenn ich sportlich aktiv bin, freue ich mich darüber. Und wenn mein Alltag gerade keine regelmäßigen Trainingseinheiten zulässt, muss ich mich deswegen nicht schlecht fühlen. Ich möchte mich bewegen, ohne dass mein Aussehen dabei ständig im Mittelpunkt steht.
Ich esse gerne. Auch Chips und Fast Food.
Zu meinem entspannten Körpergefühl gehört inzwischen auch mein Umgang mit dem Essen. Ich esse gerne und genieße mein Essen. Natürlich achte ich darauf, mich insgesamt ausgewogen zu ernähren. Aber ich esse genauso gerne mal Chips oder Fast Food. Und wenn ich abends Lust auf etwas Süßes habe, dann esse ich eben etwas Süßes. Ich möchte nicht ständig Kalorien zählen oder mir bestimmte Lebensmittel verbieten, nur um eine bestimmte Figur zu bekommen. Eine Pizza oder eine Portion Pommes macht schließlich nicht meine gesamte Ernährung aus. Für mich zählt, wie ich mich insgesamt ernähre und wie es mir gesundheitlich geht.
Ich brauche keine Diät, nur weil vielleicht mein Bauch etwas straffer sein könnte.
Und ich möchte auch nicht nach jedem Stück Kuchen darüber nachdenken, wie viel Sport nötig wäre, um die Kalorien wieder zu verbrennen.
Natürlich sollte man seine Gesundheit ernst nehmen. Wenn das Gewicht oder die Ernährung gesundheitliche Probleme verursachen, ist es sinnvoll, etwas zu verändern.
Aber ich finde, es macht einen großen Unterschied, ob man aus gesundheitlichen Gründen etwas für sich tun möchte oder ob man sich ständig unter Druck setzt, weil man einem Schönheitsideal nicht entspricht.
Ich möchte gesund bleiben und gleichzeitig mein Essen genießen können.
Das gehört für mich zusammen.
Warum glauben wir eigentlich, dass wir mit über 40 noch aussehen müssen wie mit 25?
Mit dem Älterwerden verändert sich unser Körper. Die Haut wird anders, das Bindegewebe verändert sich und auch die Figur kann sich im Laufe des Lebens verändern. Das ist doch eigentlich völlig normal. Trotzdem wird uns ständig vermittelt, dass wir möglichst lange jung, straff und faltenfrei bleiben sollten. Am besten soll man mit 40 noch genauso aussehen wie mit 25. Und wenn das nicht funktioniert, gibt es angeblich für jedes Problem eine Creme, ein Fitnessprogramm oder eine Beauty-Behandlung. Ich finde das inzwischen ziemlich anstrengend. Warum darf man nicht einfach 41 sein und auch so aussehen? Ich habe in meinem Leben schon einiges erlebt, habe zwei Kinder bekommen und bin heute eine andere Frau als mit Anfang 20. Warum sollte mein Körper also genauso aussehen müssen wie damals? Ich finde es schön, wenn Frauen auf sich achten und sich pflegen. Aber ich finde genauso, dass man sich nicht ständig jünger oder straffer machen muss.
Für einen Bikini brauche ich keine perfekte Sommerfigur
Jedes Jahr, sobald der Frühling beginnt, tauchen wieder dieselben Themen auf. Bikinifigur, Sommerbody, Bauch-weg-Training oder die perfekte Figur in acht Wochen.
Dabei sollte man doch einfach einen Bikini anziehen können, wenn man Lust darauf hat. Egal ob mit flachem Bauch oder ohne. Wenn ich mit meinen Kindern ins Schwimmbad gehe, möchte ich mit ihnen Spaß haben. Ich möchte ins Wasser springen, mit ihnen spielen und anschließend vielleicht ein Eis essen. Ich möchte nicht darüber nachdenken, ob jemand meine Cellulite sieht oder mein Bauch beim Sitzen eine Falte wirft. Und ich wünsche mir, dass mehr Frauen so denken können. Denn wie oft machen wir uns eigentlich selbst Gedanken über Dinge, die andere wahrscheinlich überhaupt nicht interessieren? Im Schwimmbad sind die meisten Menschen mit sich selbst, ihren Kindern oder ihren Freunden beschäftigt. Und selbst wenn jemand meinen Körper beurteilen sollte, muss mich diese Meinung doch nicht beschäftigen. Ich bin schließlich dort, um einen schönen Tag zu verbringen. Nicht, um einen Schönheitswettbewerb zu gewinnen.
Gesundheit ist wichtig. Perfektion nicht.
Mir ist wichtig, dass dieser Artikel nicht falsch verstanden wird. Ich finde nicht, dass man seine Gesundheit vernachlässigen sollte. Eine ausgewogene Ernährung, Bewegung und ein gesundheitsbewusster Lebensstil sind wichtig. Und natürlich gibt es Situationen, in denen körperliche Veränderungen aus gesundheitlichen Gründen sinnvoll oder notwendig sind. Aber ein weicher Bauch, Cellulite oder ein paar Falten bedeuten nicht automatisch, dass man ungesund lebt. Genauso wenig kann man allein am Aussehen erkennen, wie gesund ein Mensch tatsächlich ist. Ich finde deshalb, dass wir wieder stärker zwischen Gesundheit und Schönheitsidealen unterscheiden sollten. Man kann auf seine Gesundheit achten und trotzdem einen Körper haben, der nicht perfekt aussieht. Und man kann sich in diesem Körper wohlfühlen, ohne ihn ständig verändern zu wollen. Ich finde, genau das sollten wir uns wieder häufiger erlauben.
Mit 41 habe ich gelernt, mich so zu akzeptieren, wie ich bin
Vielleicht ist das tatsächlich eines der schönsten Dinge am Älterwerden. Dass man irgendwann aufhört, sich ständig mit anderen zu vergleichen. Ich weiß heute viel besser, was mir gefällt und womit ich mich wohlfühle. Ich habe keinen besonders straffen Bauch. Ich habe Cellulite. Und natürlich gibt es auch an meinem Körper Dinge, die sich im Laufe der Jahre verändert haben. Aber ich sehe darin keinen Grund mehr, unzufrieden zu sein. Ich möchte gesund bleiben, mein Leben genießen und mich in meinem Körper wohlfühlen. Und ich möchte mich nicht ständig von Bildern beeinflussen lassen, die mir zeigen, wie eine Frau angeblich auszusehen hat. Ich wünsche mir, dass wir alle wieder ein bisschen mehr in der Realität ankommen. Dass wir uns im Schwimmbad, am Strand oder auf der Straße umschauen und sehen, wie unterschiedlich normale Frauenkörper sind. Dass wir uns weniger mit Fitness-Influencerinnen, Werbeplakaten und perfekt bearbeiteten Bildern vergleichen. Und dass wir endlich aufhören, jede kleine Delle oder Falte als Problem zu betrachten. Gerade als Mutter möchte ich meine Zeit lieber mit den Menschen und Dingen verbringen, die mir wichtig sind, statt ständig über meine Figur nachzudenken. Mit 41 habe ich für mich verstanden: Ich muss keinen perfekten Körper haben, um mich schön zu fühlen. Ich darf mich einfach so akzeptieren, wie ich bin. Und genau das wünsche ich auch anderen Frauen. Wie geht es euch damit? Seid ihr mit zunehmendem Alter zufriedener mit eurem Körper geworden oder setzt ihr euch manchmal noch zu sehr unter Druck?