Meine Beauty-Routine ab 40: Warum ich heute weniger Produkte benutze
Früher habe ich gerne neue Kosmetikprodukte ausprobiert. Verschiedene Cremes, Seren, Reinigungsprodukte und alles, was gerade interessant klang. Heute bin ich 41 und habe meine Hautpflege ziemlich reduziert. Ich möchte keine zehn verschiedenen Produkte mehr im Badezimmer stehen haben. Ich mag keine parfümierte Kosmetik und vor allem keine Cremes, die ich nach dem Auftragen noch stundenlang auf meiner Haut spüre. Seit bei mir Rosazea festgestellt wurde, achte ich außerdem viel genauer darauf, was ich an meine Haut lasse. Inzwischen habe ich festgestellt, dass weniger für meine Haut tatsächlich besser funktioniert.
Meine Hautpflege ist heute ziemlich einfach
Ich reinige mein Gesicht nur noch einmal täglich mit einem Waschgel, und zwar abends. Morgens nach dem Aufstehen verwende ich ausschließlich klares, lauwarmes Wasser. Mehr brauche ich für die Reinigung nicht. Ich möchte meine Haut nicht ständig mit irgendwelchen Produkten bearbeiten, sondern sie möglichst wenig reizen. Gerade bei Rosazea ist die Haut häufig empfindlicher. Zu aggressive Reinigungsprodukte, Peelings oder Duftstoffe können zusätzliche Reizungen verursachen. Deshalb verwende ich lieber wenige Produkte, mit denen meine Haut gut zurechtkommt.
Azelainsäure ist mein wichtigster Wirkstoff
Seit meiner Rosazea-Diagnose beschäftige ich mich intensiver mit Azelainsäure. Sie wirkt entzündungshemmend und wird auch bei der Behandlung von Rosazea und Akne eingesetzt. Außerdem kann sie helfen, bestimmte Pigmentflecken aufzuhellen. Angefangen habe ich mit der 10-prozentigen Azelainsäure von The Ordinary. Die kann ich durchaus empfehlen, wenn man sich für diesen Wirkstoff interessiert und das Produkt verträgt.
Inzwischen verwende ich allerdings Skinoren mit 20 Prozent Azelainsäure.
Und mit der Creme bin ich wirklich sehr zufrieden.
Besonders bei meinen Pigmentflecken habe ich eine Verbesserung festgestellt. Sie sind weniger auffällig geworden und mein Hautbild wirkt insgesamt gleichmäßiger.
Natürlich verschwinden nicht alle Pigmentflecken einfach vollständig. Und nicht jede Haut reagiert auf Azelainsäure gleich.
Aber für mich gehört sie inzwischen zu den wenigen Wirkstoffen, auf die ich nicht mehr verzichten möchte.
Wichtig ist allerdings, dass eine höhere Konzentration nicht automatisch besser ist. Gerade bei Rosazea kann Azelainsäure auch Brennen, Trockenheit oder andere Hautreizungen verursachen. Skinoren 20 % ist ein Arzneimittel und sollte entsprechend der ärztlichen Anweisung angewendet werden.
Morgens nutze ich Rotlicht mit NIR
Was inzwischen ebenfalls zu meiner Morgenroutine gehört, ist meine Rotlichtlampe mit NIR-Funktion.

NIR steht für Near Infrared, also Nahinfrarotlicht.
Dabei handelt es sich um Licht mit Wellenlängen, die länger sind als die des sichtbaren roten Lichts.
Rotlicht und Nahinfrarotlicht werden in der Hautpflege im Rahmen der sogenannten Photobiomodulation eingesetzt.
Es gibt Studien, die darauf hinweisen, dass diese Lichtanwendungen die Hautstruktur verbessern und feine Fältchen reduzieren können. Untersucht werden außerdem mögliche Auswirkungen auf die körpereigenen Reparatur- und Entzündungsprozesse der Haut.
Allerdings sind die Ergebnisse von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Entscheidend sind unter anderem die Wellenlängen, die Lichtintensität und die Anwendungsdauer.
Ich verwende mein Gerät morgens als Ergänzung zu meiner sonst eher einfachen Hautpflege.
Bei Rosazea muss man allerdings aufpassen, denn Wärme kann Rötungen und Beschwerden verstärken. Eine Rotlicht- oder NIR-Anwendung ist außerdem nicht automatisch eine wirksame Behandlung gegen Rosazea.
Deshalb finde ich es wichtig, auf die Reaktion der eigenen Haut zu achten und sich an die Anwendungshinweise des Geräts zu halten.
Abends kommt meine Shark-LED-Maske zum Einsatz
Neben meiner morgendlichen Rotlichtanwendung verwende ich abends die LED-Maske von Shark. Dabei nutze ich die Anwendung mit Blaulicht.

Blaulicht wird in der Hautpflege vor allem bei unreiner Haut und bestimmten Formen von Akne eingesetzt. Es kann auf Bakterien einwirken, die an der Entstehung von Akne beteiligt sind.
Die Shark CryoGlow kombiniert in ihrem entsprechenden Programm blaues Licht mit rotem und infrarotem Licht.
Dabei muss man allerdings unterscheiden: Akne und Rosazea sind nicht dasselbe. Nur weil Blaulicht bei bestimmten Akneformen helfen kann, bedeutet das nicht automatisch, dass es auch Rosazea verbessert.
Für mich ist die Maske ein zusätzlicher Bestandteil meiner Pflegeroutine. Ich sehe solche Geräte aber nicht als Ersatz für eine geeignete Hautpflege oder dermatologische Behandlung.
Und gerade weil meine Haut empfindlich ist, möchte ich sie auch mit Lichtanwendungen nicht überfordern.
Ich möchte Kosmetik nicht mehr auf meiner Haut spüren
Was sich mit über 40 bei mir besonders verändert hat, ist meine Einstellung zu Kosmetik. Ich mag keine stark parfümierten Produkte mehr. Auch dieses Gefühl, wenn man eine Creme aufgetragen hat und sie noch lange als Schicht auf der Haut spürt, kann ich überhaupt nicht leiden. Ich möchte nicht ständig das Gefühl haben, dass irgendetwas auf meinem Gesicht liegt. Deshalb achte ich heute viel mehr darauf, wie sich ein Produkt anfühlt und ob ich es wirklich brauche. Ein teures Serum bringt mir schließlich nichts, wenn ich es nach kurzer Zeit wieder abwaschen möchte, weil mich das Hautgefühl stört. Und gerade bei meiner Rosazea möchte ich auf unnötige Duftstoffe möglichst verzichten.
Sogar Deo benutze ich inzwischen kaum noch
Das klingt vielleicht etwas ungewöhnlich, aber ich verwende inzwischen nur noch sehr selten Deo.
Ich habe bei mir nämlich festgestellt, dass ich teilweise sogar stärker nach Schweiß rieche, wenn ich regelmäßig Deo benutze.
Warum das bei mir so ist, kann ich nicht sagen. Vielleicht liegt es an bestimmten Inhaltsstoffen oder daran, wie sich der Duft mit meinem eigenen Körpergeruch vermischt.
Jedenfalls habe ich für mich festgestellt, dass ich häufig besser ohne zurechtkomme.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Deodorants grundsätzlich unangenehmen Körpergeruch verstärken. Es ist einfach meine persönliche Erfahrung.
Ich möchte auch hier nicht mehr automatisch jeden Tag ein Produkt benutzen, nur weil ich das früher immer so gemacht habe.
Wenn ich etwas brauche, verwende ich es. Wenn nicht, lasse ich es weg.
Und wie sieht es mit Sonnencreme aus?
Beim Thema Sonnenschutz bin ich wahrscheinlich auch nicht ganz typisch für eine Beauty-Routine.
Ich bin nämlich überhaupt kein Freund von Sonnencreme.
Genau wie bei vielen anderen Pflegeprodukten mag ich dieses Gefühl auf der Haut einfach nicht.
Deshalb benutze ich Sonnencreme hauptsächlich dann, wenn die Sonne richtig kräftig scheint oder ich mich längere Zeit in der prallen Sonne aufhalte.
Im Alltag verzichte ich häufig darauf.
Mir ist durchaus bewusst, dass gerade bei Rosazea Sonnenschutz wichtig ist. UV-Strahlung kann Rötungen verstärken und Rosazea-Schübe begünstigen. Auch Pigmentflecken können durch Sonneneinstrahlung dunkler werden.
Und UV-Strahlung ist natürlich nicht nur dann vorhanden, wenn die Sonne richtig kräftig scheint. Deshalb empfehlen Hautärzte gerade bei Rosazea einen täglichen, gut verträglichen Breitband-Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30.
Ich möchte hier aber auch nichts beschönigen und behaupten, ich würde jeden Morgen gewissenhaft Sonnencreme auftragen, wenn das einfach nicht stimmt.
Vielleicht finde ich irgendwann eine Sonnencreme, die sich für mich so angenehm anfühlt, dass ich sie regelmäßig verwenden möchte.
Bis dahin achte ich bei stärkerer Sonneneinstrahlung auch darauf, möglichst im Schatten zu bleiben und mein Gesicht beispielsweise mit einem Sonnenhut zu schützen.
Meine Haut braucht keine zehn verschiedenen Produkte
Wenn ich heute durch die Kosmetikabteilung gehe, interessieren mich neue Produkte natürlich immer noch.

Aber ich habe nicht mehr das Bedürfnis, alles ausprobieren zu müssen.
Früher dachte ich häufiger, dass ich vielleicht noch ein zusätzliches Serum oder eine bessere Creme brauche.
Heute sehe ich das anders.
Ich reinige mein Gesicht schonend, verwende Azelainsäure und habe meine Lichtanwendungen in den Alltag integriert.
Ich möchte meine Haut nicht ständig mit neuen Wirkstoffen konfrontieren.
Natürlich kann ich nicht sagen, dass meine Routine für jede Frau über 40 die richtige ist. Gerade bei Hauterkrankungen wie Rosazea sind die Bedürfnisse sehr unterschiedlich.
Aber ich habe für mich festgestellt, dass meine Haut mit einer überschaubaren Routine besser zurechtkommt.
Ich möchte meine Haut pflegen, ohne ständig das Gefühl zu haben, dass ich noch ein weiteres Produkt brauche.
Und wenn ich mit wenigen Produkten zufrieden bin, sehe ich keinen Grund, daran etwas zu ändern.
Wie ist das bei euch? Benutzt ihr mit über 40 inzwischen weniger Kosmetik oder habt ihr eine feste Routine mit mehreren Produkten?